Hitman im Test: Profikiller im Häppchen-Format
Auftragsmord in Episodenform: Das neue Hitman-Spiel setzt nicht mehr wie die Vorgänger auf ein komplettes Abenteuer, sondern auf mehrere, zeitlich versetzt erscheinende Episoden. Das Intro-Paket ist verfügbar - und lässt dem Spieler beim Verrichten der Aufgaben viele Freiheiten.
Das neue Hitman-Abenteuer beginnt mit zwei Prolog-Missionen, in denen der berühmte Auftragskiller zunächst einmal beweisen muss, wie gut er wirklich ist. Eine Geheimorganisation testet ihn und schickt ihn dafür zunächst auf eine belebte Yacht, auf der eine Zielperson ausgeschaltet werden muss - die allerdings nicht nur kontinuierlich von Bodyguards begleitet wird, sondern sich auch bevorzugt unter die Gäste der Party auf dem Schiff mischt.
Wie auch bei früheren Hitman-Titeln üblich, muss also zunächst ein Weg gefunden werden, um der Zielperson überhaupt nahezukommen. So lässt sich am Pier ein Hafenarbeiter in einer dunklen Ecke überlisten - kurze Attacke von hinten, schon steht seine Arbeitsuniform als Tarnung zur Verfügung. Ist das Schiff betreten, kann der Spieler sich in eine Kabine schleichen und dort wiederum eine Uniform des Kabinenpersonals stibitzen - schon ist es deutlich einfacher, an Bord umherzulaufen.
Bereits die Tutorial-Missionen zeigen, worauf Hitman Wert legt: Die Missionen sind bewusst offen gestaltet, um dem Spieler zahllose Optionen an die Hand zu geben. Als Bar-Personal hinterm Tresen verschwinden, einen Dietrich oder anderes Werkzeug benutzen, mit Sprengsätzen ablenken oder Giftcocktails mixen - die Optionen sind ebenso vielfältig wie gut umzusetzen. Nur wer die direkte Konfrontation sucht, wird nicht weit kommen - der Einsatz von Handfeuerwaffen ist zwar möglich, führt angesichts der vielen Zeugen aber selten zum Erfolg.
Überhaupt ist der Schwierigkeitsgrad der neuen Hitman-Missionen sehr knackig - das gilt erst recht für die erste "richtige" Mission, eine Modenschau in Paris, auf der prinzipiell auch nur zwei Personen ausgeschaltet werden müssen. Eben diese sind in dem sehr weitläufigen, mit zahlreichen Gästen gespickten Anwesen kaum alleine anzutreffen. Auch die schönste Tarnung hilft zudem immer nur eine bestimmte Zeit - Sicherheitspersonal etwa kann auch dann durchaus Verdacht schöpfen, wenn der Hitmann ebenfalls in einer Sicherheitsuniform unterwegs ist.
Wer sich zu auffällig verhält, riskiert, dass die Mitarbeiter sich darüber wundern, ihren neuen Kollegen noch nie gesehen zu haben. Dann vielleicht doch lieber als reicher Gast oder Teilnehmer der Show ausgeben? Sich im Waschraum verstecken oder die Weite der Gärten ausnutzen? Den Keller infiltrieren oder eine Privataudienz fingieren?
Das neue Hitman setzt auf die Bereitschaft, auf unterschiedlichen Wegen zum Ziel zu kommen. Wer daran gefallen findet, kann sehr viel Zeit mit den Missionen verbringen - wer jedoch nach dem ersten erfolgreichen Durchspielen keinen Sinn darin sieht, sich noch einmal in das bekannte Szenario zu stürzen, wird von den wenigen Stunden Spielzeit eher enttäuscht sein.
Durch zusätzliche Online-Inhalte und zeitlich begrenzte Herausforderungen soll das Spielerlebnis verlängert werden, diese Inhalte standen zum Testzeitpunkt aber größtenteils noch nicht zur Verfügung. Auch die Technik weiß nicht rundum zu überzeugen: Zur PC-Version haben wir einen eigenen Technik-Check online, auf der PS4 trüben einige Ruckler und lange Ladezeiten die zwar ansehnliche, aber nicht überragende Optik.
Zu den etwas komplizierten Veröffentlichungsplänen der weiteren Inhalte hat sich Square Enix bereits sehr detailliert geäußert. Das hier getestete Intro-Paket mit den Leveln "Prolog" und "Paris" ist ab sofort für 14,99 Euro (PS4) beziehungsweise 12,99 Euro (PC) verfügbar. Als nächstes soll im April die erste neue Location in Italien, im Mai dann die in Marokko erscheinen. Thailand, die USA und zum Abschluss Japan sind die weiteren Schauplätze. Jede weitere Location wird für 9,99 Euro (PS4) beziehungsweise 7,99 Euro (PC) erhältlich sein, Spieler können alternativ mit dem Upgrade-Paket für 49,99 Euro (PC: 39,99 Euro) alle weiteren Inhalte dazukaufen oder direkt zum Start für 59,99 Euro (PC: 49,99 Euro) das Komplettpaket kaufen. Dieses soll dann alle Inhalte umfassen, die dieses Jahr erscheinen, sowie Zugang zu allen Live-Events und Bonusinhalten bieten. Erst Anfang 2017 folgt dann eine Boxversion für den Handel.
Fazit:
Ungewöhnliche Veröffentlichungstaktik, gewöhnlicher Profikiller-Alltag: Bei Square Enix ist die Form aktuell spannender als der Inhalt. Das neue Hitman wird im Häppchen-Modus auf den Spieler losgelassen, sodass es gerade bei Atmosphäre und Spannung aktuell noch Defizite gibt - bisher wird die große verbindende Geschichte nur angerissen, einen roten Story-Faden gibt es noch nicht.
Hitman-Liebhaber, die an früheren Spielen vor allem die inhaltliche Freiheit mochten, werden den Neustart trotzdem zu schätzen wissen. Zwar hat das Intro-Paket nur wenig Schauplätze zu bieten, vor allem die erste echte, umfangreiche Mission in Paris wartet dafür aber auch wirklich mit unzähligen Vorgehens- und Aktionsstrategien auf, die auch ein mehrfaches Durchspielen der Aufgaben mit komplett unterschiedlichen Lösungswegen ermöglichen. Welchen Platz der Titel aber in der Historie aller Hitman-Spiele belegt, wird sich erst nach der Veröffentlichung aller Episoden zeigen.
Der Entwickler hat allerdings schon lange bewiesen, dass er Hitman-Spiele produzieren...
Das ist Totale verarsche am Konsumenten und ich hoffe der Publisher wird das zu spüren...
Öhem... Wusste noch gar nicht, dass die Publisher und/oder Händler gezwungen werden, ihre...
Zum Teil wurden ja auch Demos anderen Spielen des gleichen Publishers beigelegt, gemä...